Ein Food Festival in Wien zu kuratieren heißt, zwischen zwei Erwartungshaltungen zu vermitteln, die selten deckungsgleich sind.
Die lokale Erwartung
Wiener Gäste kommen mit klaren Vorstellungen: Qualität, bekannte Namen, vernünftige Preise. Sie vergleichen ungefragt mit Standards, die in der Stadt hoch liegen. Ein schlecht gemachtes Käsekrainer-Sandwich wird kommentiert, notfalls laut.
Die internationale Erwartung
Die internationale Community in Wien – Diplomaten, NGO-Mitarbeiter, Studierende, Expats – bringt eine andere Erwartung mit: Vielfalt, authentische Darstellung der Herkunftsländer, Kommunikation auf Englisch. Sie sind anspruchsvoll, aber auf eine andere Weise: Authentizität schlägt Perfektion.
Was das für die Kuratierung bedeutet
Wir arbeiten nicht nach dem Prinzip „Welt in der Box“. Ein Stand pro Kontinent funktioniert nicht, weil er alle Gruppen enttäuscht. Wir kuratieren pro Festival einen Schwerpunkt – etwa mittelmeerisch, oder nordisch-alpin – mit genügend lokalen Ankern, damit Wiener Gäste sich wiederfinden.
Kinder als Qualitätskriterium
Ein Festival, das mit Kindern funktioniert, funktioniert mit allen. Wir planen Bereiche, in denen Familien sich hinsetzen, Eltern in Ruhe essen und Kinder beschäftigt sind – ohne dass daraus ein Kinderpark wird, der erwachsene Gäste abschreckt. Das ist einer der feinen Unterschiede, die man erst nach einigen Veranstaltungen versteht.